Wie lassen sich betriebswirtschaftliche Zusammenhänge so vermitteln, dass Studierende sie nicht nur verstehen, sondern aktiv erleben? Der Einsatz unseres Planspiels Management Essentials an der Privatuniversität Schloss Seeburg zeigt, wie es geht!
Das kompakte Planspielseminar fand im Rahmen der ERASMUS+ Dozentenmobilität von Laura Packheiser (TU Dortmund) statt. Als erfahrene Expertin für Management-Simulationen übernahm sie für eine Woche Teile der Lehre vor Ort.
Einblick in das Seminarkonzept
Im Mittelpunkt stand ein zweitägiges Planspiel in Präsenz. Die Studierenden aus dem Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft und Unternehmensrechnung befanden sich im 5. Semester.
Gearbeitet wurde in drei Teams mit jeweils bis zu zwei Personen. Jede Gruppe übernahm die Rolle der Geschäftsführung eines Unternehmens und traf Entscheidungen in fünf Planspielperioden. Für jede Entscheidungsrunde standen 60 bis 90 Minuten zur Verfügung.
Zwar wurde am Ende ein Siegerteam gekürt, doch das Gewinnen stand nicht im Vordergrund – wichtiger waren das gemeinsame Lernen und das Verständnis betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge.

Warum Management Essentials?
Management Essentials ist ein Level 1 Planspiel, das einen klaren Einstieg in betriebswirtschaftliche Entscheidungen bietet. Es eignet sich besonders für Veranstaltungen, in denen grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt und angewendet werden sollen.
Da der Aufenthalt nur zwei Tage umfasste, hätten komplexere TOPSIM-Planspiele wie Scale Up oder Mastering General Management den zeitlichen Rahmen gesprengt. Mit Management Essentials können jedoch auch Studierende höherer Semester ohne Planspielerfahrung innerhalb kurzer Zeit zentrale Themen bearbeiten.

Ein weiterer Vorteil: Im Planspiel steht ein Produkt im Mittelpunkt – Kopfhörer. 🎧
Viele Studierende haben einen direkten Bezug dazu und können sich dadurch leichter mit ihrem fiktiven Unternehmen identifizieren.
Vorbereitung und Einstieg ins Planspiel
Vor dem Start des Planspiels erhielten die Studierenden eine 90-minütige Einführung. Dabei wurden Grundlagen wiederholt und mit den Funktionen der TOPSIM-Cloud verknüpft. Das Teilnehmerhandbuch wurde bewusst erst zu Beginn der Veranstaltung verteilt.
Die erste Spielperiode diente unter anderem dazu, sich mit dem Material vertraut zu machen. So konnten sie in die Benutzeroberfläche der Simulation später gezielt auf Berichte, Diagramme und Entscheidungsmasken zugreifen. Dadurch starteten alle Teams mit einer vergleichbaren Ausgangssituation.
Lernen durch Entscheidungen im Team
Die Studierenden gingen sehr konzentriert an das Planspiel heran und begründeten ihre Entscheidungen sorgfältig. Im Gegensatz zu größeren Wettbewerbsformaten wurden in Seeburg keine spontanen Entschlüsse gefasst – es fand zunächst eine gründliche Analyse und Diskussion statt.
Neben betriebswirtschaftlichen Inhalten spielte vor allem die Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Der Austausch innerhalb der Teams prägte das Vorgehen und sorgte dafür, dass unterschiedliche Perspektiven in die Maßnahmen zur Unternehmensführung einflossen.
„Wir regen die Teams dazu an, ihrem Unternehmen in der TOPSIM-Cloud einen Namen zu geben, einen Slogan festzulegen und ein Logo zu erstellen. Dies fördert auf spielerische Weise die Rivalität. Zudem entsteht eine stärkere Identifikation mit der Rolle der Geschäftsführung.“ – Laura Packheiser, Seminarleiterin
Planspielkompetenz aus Dortmund
Für Laura Packheiser war der Einsatz in Österreich eine besondere Situation. Am Lehrstuhl der Technischen Universität Dortmund setzt sie Planspiele jedoch bereits seit vielen Jahren ein.
Ein Beispiel ist der jährlich stattfindende Westenergie Manager Cup, an dem jährlich rund 400 Studierende verschiedener Hochschulen und Fachrichtungen teilnehmen. In diesem Wettbewerb kommen mehrere TOPSIM-Planspiele unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen zum Einsatz – von Einsteigerszenarien bis zu komplexen Managementsimulationen.
Der Planspieleinsatz in Seeburg war dagegen bewusst kompakter gestaltet: mit einer kleinen Gruppe, intensiver Betreuung und direkter Auswertung der Ergebnisse im Seminar.
Feedback der Studierenden
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und deren Auswirkungen unmittelbar zu erleben.
Viele Studierende hätten die Simulation gerne über weitere Perioden fortgeführt.

Perspektiven für zukünftige Planspieleinsätze
Auch bei den Verantwortlichen der Privatuniversität Schloss Seeburg stieß das Format auf großes Interesse. Da die Studiengänge in Seeburg vollständig wirtschaftswissenschaftlich ausgerichtet sind, bieten sich Unternehmenssimulationen wie Management Essentials als Ergänzung zur bestehenden Lehre an. Melissa Mayr, Doktorandin an der Privatuniversität, interessiert sich insbesondere für regelmäßige Einsätze mit größeren Gruppen.
Fazit: Zwischen Theorie und Praxis
Der Planspieleinsatz in Seeburg zeigt, wie Wirtschaftssimulationen dabei helfen können, betriebswirtschaftliche Inhalte aktiv zu erleben.
Die Kombination aus kurzer theoretischer Einführung, digitaler Simulation und Teamwork schafft eine Lernumgebung, in der Entscheidungen, Ergebnisse und geschäftliche Zusammenhänge unmittelbar sichtbar werden.
Gerade auch für Studierende gegen Ende ihres Studiums kann ein Planspiel einen wertvollen Übergang von der Hochschullehre zur realen Unternehmenspraxis darstellen.
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