Am 17. und 18. September wurde Tübingen erneut zum Treffpunkt der Planspiel-Community. Lehrende, Trainer*innen und Fachkräfte aus Hochschule, Weiterbildung und Unternehmenspraxis kamen beim TOPSIM-Planspielkongress 2026 zusammen, um neue Methoden kennenzulernen und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.
Austausch, neue Perspektiven und die gemeinsame Begeisterung für simulationsgestütztes Lernen prägten die Veranstaltung. Von KI in Preisverhandlungen und der Hochschullehre über Nachhaltigkeit und Entscheidungsdaten bis hin zu LEGO® Serious Play®: Die Beiträge zeigten, wie vielfältig Planspiele heute eingesetzt werden.
“Für mich ist der Planspiel Kongress ein absoluter Pflichttermin. Selbst als erfahrener, alter Hase lerne ich jedes Mal etwas Neues und das Networking ist sehr angenehm und fruchtbar.” – Prof. Dr. Holger Becker, DHBW Karlsruhe
Künstliche Intelligenz im Planspiel
Ein Schwerpunkt des Kongresses lag auf der Frage, wie Künstliche Intelligenz Lernprozesse und Planspiele sinnvoll ergänzen kann.
Dipl.-Oec. Birgit Zürn und Dr. Tom Huhnke zeigten in ihrem Workshop „Preisverhandlungen neu gedacht: KI im TOPSIM-Planspiel“ wie KI in konkreten Verhandlungssituationen als Sparringspartner und Impulsgeber eingesetzt werden kann.
Prof. Dr. Johannes Hofnagel gab in seinem Beitrag „KI in der Lehre: Erfahrungen und Herausforderungen aus vier Planspieleinsätzen“ Einblicke in die praktische Anwendung. Dabei wurde deutlich, welche Chancen, aber auch welche offenen Fragen mit dem Einsatz in der Hochschullehre verbunden sind.
Eine weitere Perspektive brachte Max Michatz, TOPSIM-Trainer, mit seinem Beitrag „Mensch gegen Maschine: Wer gewinnt das Planspiel?“ ein. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel von maschineller Unterstützung, menschlicher Einschätzung und verantwortungsvoller Entscheidungsfindung.
Die Beiträge zeigten: KI kann vorbereiten, analysieren und neue Impulse geben. Die Verantwortung für Ziele, Entscheidungen und deren Einordnung bleibt jedoch beim Menschen.
Kreative Methoden, Praxisworkshops und TOPSIM-Cloud
Dass Planspiele nicht auf Zahlen und digitale Oberflächen beschränkt sind, zeigte Prof. Dr. Max Monauni in seinem Workshop „Mehr als Zahlen und Entscheidungen: LEGO® Serious Play® trifft TOPSIM“. Die Verbindung aus Simulation und kreativem, haptischem Arbeiten eröffnete neue Zugänge zu Strategieentwicklung, Teamarbeit und Problemlösung.
TOPSIM-Trainer Patrick Müller widmete sich in seinem Workshop „Sicherheitsinseln – Gelassen bleiben in unerwarteten Seminarsituationen“ konkreten Herausforderungen aus der Seminarpraxis. Mit der Fallstudie „Tech Cluster Tübingen – Eine Fallstudie zwischen Konkurrenz und Kooperation“ stellte er außerdem ein Format vor, das die Wechselwirkungen von Wettbewerb und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt rückte.
Das TOPSIM Cloud-Team gab Einblicke in das Spielleiter-Frontend und technische Neuerungen. Die Teilnehmenden konnten aktuelle Entwicklungen kennenlernen und Fragen aus ihrer eigenen Anwendungspraxis diskutieren.
Nachhaltigkeit, Entscheidungsdaten und Simulation
Auch methodisch zeigte der Kongress, wie Planspiele weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst werden. Prof. Dr. Christoph Brast stellte vor, wie ein TOPSIM-Planspiel im Rahmen einer fakultätsweiten Nachhaltigkeits-Blockwoche Interdisziplinarität und komplexe Zielkonflikte erlebbar machte.
Daran anknüpfend richtete Prof. Dr. Holger Becker den Blick auf die in Management-Simulationen entstehenden Entscheidungsdaten. Sein Vortrag verdeutlichte, welches wissenschaftliche Potenzial in deren Analyse steckt und welche Erkenntnisse sich daraus über Entscheidungsprozesse gewinnen lassen.
Einblicke in die Entwicklungspraxis von Simulationen gab schließlich Veronika Sallenbach, Senior Executive Program Manager bei Swiss Re. In ihrem Beitrag „Von der Storyline zur Entscheidung“ erläuterte sie, wie aus einer fachlichen Ausgangssituation eine realitätsnahe Life-&-Health-Versicherungssimulation entwickelt wurde und welche Rolle Storyline und Entscheidungslogik dabei spielten.
Austausch, Wiedersehen und neue Impulse
Neben den Vorträgen und Workshops bot der Kongress viele Gelegenheiten für persönliche Gespräche – in den Pausen, bei gemeinsamen Mahlzeiten und bereits beim traditionellen Vorabend in der Tübinger Wurstküche.
Gerade die unterschiedlichen Perspektiven und Fachhintergründe machen den TOPSIM-Planspielkongress zu einem besonderen Treffpunkt. Neue Kontakte wurden geknüpft, Erfahrungen geteilt und Ideen für die eigene Lehre, Weiterbildung und Trainingspraxis entwickelt.
“Besonders spannend fand ich dieses Jahr die Bandbreite – von neuen Ansätzen rund um KI und Planspiele bis hin zu ganz analogen Formaten. Ich nehme wieder einige gute Impulse und Gespräche mit und freue mich, mit meinem Workshop zu LEGO® Serious Play® und TOPSIM selbst einen kleinen Teil beigetragen zu haben.” – Prof. Dr. Max Monauni, Hochschule Luzern
Die Beiträge unserer Anwender*innen und des TOPSIM-Teams verdeutlichen das breite Spektrum der Planspielarbeit. Wir haben zahlreiche Impulse für unsere Arbeit mitgenommen und sind bereits gespannt auf die zukünftigen Projekte unserer Community!
Danke an die Planspiel-Community
Der TOPSIM-Planspielkongress lebt von den Menschen, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven einbringen. Unser herzlicher Dank gilt allen Referent*innen, Workshopleiter*innen und Teilnehmenden, die den Kongress mitgestaltet haben.
Den Austausch setzen wir bei den TOPSIM Simulationstagen am 23. und 24. September 2027 fort. Über Veranstaltungen, Neuigkeiten und Best Practices rund um Planspiele informiert Sie außerdem unser Newsletter.

Wir sehen uns bei den nächsten TOPSIM-Veranstaltungen!



