Von Osnabrück über Südafrika nach Shanghai: TOPSIM quer über den Globus

In diesem Sommer sah man, was durch Corona nötig, aber dank Globalisierung und Digitalisierung möglich wurde! Zwei Wochen lange spielte die Hochschule Osnabrück in ihrem Studienprogramm International Event Management Shanghai (IEMS) TOPSIM – easyManagement im Online-Format. Wie das alles trotz Zeitunterschied funktioniert hat, erklärt uns Thomas Temme.

Die Shanghai University of International Business and Economics ist bereits einige Zeit Partnerhochschule der Hochschule Osnabrück. Im Team-Teaching mit Kollege Prof. Louw von der Rhodes University (Grahamstown, Südafrika) führte Thomas Temme ein Planspielseminar mit rund 60 Studierenden aus Shanghai durch. Die gesamte Veranstaltung musste digital von statten gehen, da aufgrund von Corona keine Zusammenkunft vor Ort möglich war. Selbst die Studierenden saßen quer über China verteilt vor ihren Bildschirmen, da auch dort die universitäre Lehre im Distance Learning erfolgt.

Die Veranstaltung wurde bereits in der Vergangenheit ein paar Mal durchgeführt, weshalb die Organisation gut funktionierte. Mit dem Tool Zoom wurde das Planspiel-Seminar abgehalten – in Osnabrück am frühen Vormittag, in China circa sechs Stunden später am Nachmittag bis in den Abend hinein.

Der Ablauf

Die betreuende Professorin aus Shanghai kümmerte sich um die Organisation vor Ort. Jeweils fünf bis sechs Personen unterschiedlicher Leistungsniveaus bildeten gemeinsam ein Team. So entstanden zehn Gruppen, die in dieser Konstellation knapp zwei Wochen gemeinsam mit- und gegeneinander spielten. Um am Planspiel teilnehmen zu dürfen, war es Pflicht, einen Eingangstest zu absolvieren. Dieser Test stellte zum einen sicher, dass alle Studierenden die Teilnehmerhandbücher gelesen hatten und auf das Spiel vorbereitet waren. Andererseits wurde dieser Test auch, in geringem Anteil, zur abschließenden Benotung hinzugezogen.

Mit einer Testrunde – von der die Studierenden allerdings nicht wussten, dass es sich um eine Testrunde handelte – wurde das Spiel gestartet. Nach dieser ersten Runde hatten die Spielerinnen und Spieler dann die Chance, ihre Entscheidungen, falls nötig, zu korrigieren. So konnten die Studierenden das Spiel erst einmal kennenlernen und sich mit der Oberfläche auseinandersetzen. Im Anschluss folgten dann ganz normal die weiteren Spielperioden in der TOPSIM – Cloud.

TOPSIM easyManagement Osnabrück Shanghai

Messbarer Erfolg

Das Planspielseminar war eng angedockt an die Vorlesung “Introduction to Strategic Management“, die die Studierenden parallel besuchten. Diese Vorlesung wurde von Herrn Temmes Kollegen aus Südafrika gehalten. Dieser zog dann zur Veranschaulichung der theoretischen Grundlagen Inhalte aus dem Planspiel heran. Die Auswertungen der Spielperioden erfolgten dann mit Herrn Temme über Zoom, welcher sich wiederum auf die Vorlesung bezog. Diese Feedback-Session waren thematisch aufgebaut und gaben nochmal zusätzlichen Input zu allen relevanten Bereichen der externen Unternehmensumwelt und der internen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereiche. In diesem Kontext bekamen die Studierenden die Möglichkeit, Management Tools wie PESTEL-, 5-Forces- oder auch SWOT-Analyse anzuwenden.

Nebst Eingangstest bewerteten die Dozierenden den Spielerfolg der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hierbei zählte das kumulierte Eigenkapital. Außerdem mussten die Gruppen eine Abschlusspräsentation halten. In einer Art Hauptversammlung beantworteten die Gruppen unter anderem:

  • Was haben wir uns vorgenommen?
  • Wie ist es tatsächlich gekommen?
  • Woran lag es, dass die Strategie nicht aufging?
  • Was würden wir nächstes Mal anders machen?
  • Was haben wir daraus gelernt?

So konnten die Teams ihre Entscheidungen reflektieren und ihren Lernerfolg ausbauen.

Warum TOPSIM – easyManagement?

TOPSIM – easyManagement eignete sich für das Seminar vor allem, da es, wie der Name bereits sagt, ein adäquates Komplexitätslevel aufweist, da die Studierenden aus China International Eventmanagement studierten und deswegen keine BWL-Profis waren. Aufgrund der hohen Diversität innerhalb der Gruppen gab es auch keine größeren Probleme innerhalb des Spiels. Im Gegenteil: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr motiviert, der Lernerfolg war groß. Die Spielerinnen und Spieler konnten ihre Management-Skills durch die Anwendung im Spiel deutlich verbessern. Außerdem entwickelten sie ein besseres Verständnis für die theoretischen Inhalte, die in der Vorlesung besprochen wurden.

Trotz oder gerade wegen der Globalisierung funktionierte das Planspielseminar so wie gewollt. Vielen Dank an Herr Temme für diesen spannenden Einblick in ein außergewöhnliches Seminar!