Alfred (NY), St. Petersburg, Heidenheim: TOPSIM – Scale Up im internationalen Blockseminar
Online seminar

Professor Jürgen Seitz von der DHBW Heidenheim hat bereits über zehn Jahre Planspielerfahrung gesammelt. Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen reiste er nach China oder lud Gaststudierende aus aller Welt nach Deutschland ein, um gemeinsam mit hiesigen Studierenden Planspielseminare durchzuführen. Corona-bedingt musste auch in diesem Jahr ein gemeinsames Seminar vor Ort leider ausfallen. Dank der fortgeschrittenen Technik war es jedoch möglich, ein virtuelles Seminar gemeinsam mit Studierenden aus den USA und Russland – trotz verschiedener Zeitzonen, unterschiedlicher Feiertage, Semesterferien und Vorlesungszeiten – vom 11. – 13. Januar 2021 zu veranstalten.

Die Rahmenbedingungen

51 Studierende nahmen am Planspielseminar mit TOPSIM – Scale Up teil. Diese wurden auf 14 Unternehmen aufgeteilt, jeweils sieben spielten auf einem von zwei Märkten. Durchgeführt war das ganze Seminar auf BigBlueButton; für die unterschiedlichen Gruppen konnten auf dieser Plattform verschiedene Räume erstellt werden. Außerdem gab es noch einen zusätzlichen Raum für die ausländischen Studierenden, um sich gegebenenfalls untereinander austauschen zu können. Das ganze Planspiel wurde auf Englisch durchgeführt und die Teams waren, so weit wie möglich, gemixt. Auf diese Weise hatten die Studierenden aus Heidenheim wenigstens etwas die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln. Gespielt wurde drei Tage lang von 14 bis ca. 21 Uhr deutscher Zeit – in den USA startete das Seminar um 8 Uhr morgens, in Russland erst gegen 15 Uhr am Nachmittag.

Das Blockseminar startete mit einer Begrüßungsveranstaltung, in welcher die Studierenden aus Russland sogar Präsentationen vorbereitet hatten, um sich selbst und ihr Land vorzustellen. Die Studierenden aus Heidenheim studierten alle im sechsten Semester Wirtschaftsinformatik, bei denen aus Russland war es gänzlich gemixt. So gab es Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Fächern Management, Wirtschaftswissenschaft oder auch aus den Geisteswissenschaften.

Bewertung & Feedback

Die Studierenden aus Heidenheim sollten am Ende des Planspielseminars einen Feedback-Bericht über ein frei gewähltes Thema zum Planspiel und der Veranstaltung schreiben. Es konnte diskutiert werden, was aus dem Planspiel mitgenommen wurde oder wo es gegebenenfalls auch Probleme gab. Teilweise haben die Studierenden der Wirtschaftsinformatik auch die Algorithmen hinter dem Planspiel hinterfragt oder, speziell dieses Jahr, die digitale Umsetzung des Seminars reflektiert.

DHBW Heidenheim International

Trotz unterschiedlicher Zeitzonen und Voraussetzungen klappte es auf inhaltlicher Ebene sehr gut. Ein Manko ist und bleibt allerdings der kulturelle Austausch. Professor Seitz erklärte, wie die Studierenden in vergangenen Jahren in ihren Gruppen gemeinsam essen gingen oder auch nach Abschluss des Planspielseminars weiterhin in Kontakt blieben. Networking und Freundschaften knüpfen bleibe bei virtuellen Seminaren dann doch (zu) oft auf der Strecke.

Warum TOPSIM – Scale Up?

TOPSIM – Scale Up ist unser bis dato neustes Planspiel und konnte von Professor Seitz und seinen Studierenden zu Beginn des Jahres getestet werden. Die Studierenden im sechsten Semester waren so weit fortgeschritten, dass die Komplexität des Spiels genau richtig war, um die theoretischen betriebswirtschaftlichen Aspekte der Vorlesungen davor zu verknüpfen und praktisch anzuwenden. Sie sollten ein Gefühl für Komplexität bekommen und erkennen, welche Aspekte im Management eines Unternehmens ineinandergreifen.

Gespannt blickt man nun auf das kommende Jahr, in der Hoffnung, wieder Präsenzveranstaltungen mit allen internationalen und hiesigen Studierenden vor Ort durchführen zu können. Möglicherweise könne man in Zukunft ein Blockseminar zum Kennenlernen durchführen und weitere Planspielperioden online im Blended Learning Format anschließen. So würde es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern möglicherweise leichter fallen, sich kennenzulernen und für die Entscheidungsfindung leichter miteinander zu interagieren.

Wir danken Professor Seitz für den spannenden Einblick in das Seminarkonzept und sind gespannt, was sich für kommende Veranstaltungen umsetzen lässt!